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Zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr erreicht das Weibchen die Geschlechtsreife. Bei Männchen beginnt diese meistens schon früher.
Die Geschlechtsreife steht in direktem Zusammenhang mit der Größe des Tieres, wobei die Wachstumsgeschwindigkeit unteranderem von den Haltungsbedingungen abhängt. So ist es möglich, eine Griechische Landschildkröte mit bereits mit 4 Jahren so groß gezogen zu haben, dass sie reproduktionsfähig ist. Eine solche „Dampfaufzucht“ bleibt jedoch nur selten ohne gesundheitliches Folgen.

Männliche Tiere bleiben deutlich kleiner als weibliche, wobei die endgültige Größe sehr von dem Ursprungsgebiet abhängt.
Im Unterschied zum Männchen hat das Weibchen einen wesentlich kürzeren Schwanz und das Plastron (Bauchpanzer) ist gerade und nicht so, wie beim Männchen, nach innen gewölbt. Die Analschilder sind beim Weibchen meistens wesentlich schmäler als beim Männchen.

Um eine ausgewogene kleine Gruppe in einem Gehege gemeinsam pflegen zu können empfiehlt es sich mehr Weibchen als Männchen zusammen zu halten.
Bei einer gemischten Gruppenhaltung MUSS ausreichend Platz vorhanden sein.

Die Möglichkeit einer Trennung der Geschlechter sollte immer und zu jeder Zeit möglich sein.

 maskulin              feminin

Der Schwanz ist groß, kräftig die Spitze reicht bis in die Kniekehle.
Die schlitzförmige Kloakenöffnung  näher der Schwanzspitze.
Die Analschilder sind breit.
Das Plastron ist konkav.

Der dreieckig geformte Schwanz ist kleiner, die rundliche Kloakenöffnung, liegt näher der Analschilder. Diese sind schmäler und meist nach unten gezogen.
Das Plastron ist gerade.

Bald nach dem Aufwachen beginnt die Paarungszeit.
Dabei verfolgt und umkreist das Männchen sein Weibchen, wobei er sehr aufdringlich werden kann. Durch Bisse in die Vorderbeine versucht er sie zum Stehenbleiben zu zwingen. Erst dann kann er von hinten besteigen.
Der nach innen gewölbtem Bauchpanzer gibt ihm dabei halt. Perfekt passt diese Wölbung zur Carapaxwölbung des Weibchens.

Erst wenn sie auch zur Paarung bereit ist kommt es zur Korpulation. Dabei reißt er das Maul weit auf und man hört pfeifende, quiekende Laute, die durch die stoß weise Ausatmung entstehen. Seine gut durchblutete Zunge leuchtet rot.

Das männliche Geschlechtsorgan befindet sich in der Kloake und ist deutlich größer als der Schwanz.

Immerhin muss er ja seinen Penis unter den Panzer des Weibchens bringen um diesen in die weibliche Klitoris (welche das Weibchen auch aus stülpen kann) zu bringen.
Eine Kopulation gelingt erst, wenn auch das Weibchen dazu bereit ist.
Das Weibchen kann die Spermen der männlichen Artgenossen einige Jahre speichern und so noch Jahre später, auch ohne Begegnung eines Männchens, befruchtete Eier legen.
Es reicht also eine einzige Paarung für befruchtete Eier.

In den Sommermonaten werden die Tiere deutlich ruhiger, nur selten kommt es noch zu einer Paarung. Erst im Herbst sind die Tiere – vor allem die männlichen Schildkröten – wieder paarungsbereit.

Etwa fünf, sechs Wochen später kommt es zur Eiablage.
Dem Weibchen merkt man das schon einige Tage vorher deutlich an. Sie ist unruhig, läuft stundenlang im Gehege auf und ab. Nicht selten reitet ein hochträchtiges Weibchen anderen auf, womit sie sich Respekt verschaffen möchte, um beim Ausheben der Nistgrube möglichst ungestört zu sein.  
Nicht immer sucht sich das Weibchen einen lockeren Boden aus.

Durch Beriechen und Probegrabungen wählt sie den idealen Platz, um ihren Nachzuchten die bestmöglichen Entwicklungschancen zu geben.
Schließlich hebt sie mit den Hinterbeinen eine tiefe Grube aus. Nach und nach werden die Eier in dieses Loch gelegt, wobei sie jedes Ei vorsichtig mit den Hinterbeinen

befühlt und in die richtige Position bringt. Erst wenn das Ei genau so liegt, wie sie es haben möchte, wird das nächst gelegt.

Je nach Größe und Unterart legt ein Weibchen 2-10 Eier pro Gelege. Für gewöhnlich legt ein Weibchen zwei Mal m Jahr, selten gibt es auch ein drittes Gelege. Sind alle Eier gelegt wird die Grube so sorgfältig verschlossen und so gut getarnt, dass kaum ein menschliches Wesen dieses Nest von außen erkennen kann.

Dabei stampft das Weibchen die Erde rund um die Eier fest, bis schließlich der gesamte Aushub festgetreten ist. Oft werden dabei dürre Grashalme und andere Pflanzen über die Stelle verteilt.

Erst wenn der Liegevorgang. Der zwei bis drei Stunden dauern kann, abgeschlossen ist, kann man die Eier vorsichtig bergen.

 

 

Möchten Sie Schildkröten nachziehen, so sollten Sie sich sich bereits vor der Eiablage mit dem Thema Inkubation beschäftigen.

Als Züchter einer geschützten Art hat man nicht nur eine große Verantwortung seiner Nachzuchten gegenüber, sondern unterliegt auch besonderer gesetzlichen Bestimmungen.

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Christine Dworschak

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