April 15, 2019

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Müssen wir unsere Überwinterungsmethoden überdenken?

February 20, 2017

 

 

 

 

 

Erst kürzlich hat mich die traurige Nachricht ereilt,dass bei einer Halterin, die im vergangenen Frühling Tiere von mir übernommen hat, drei von fünf Jungtieren, die Hibernation nicht geschafft haben. Dabei war es nicht die erste Winterstarre, die erste hatten die Tierchen noch bei mir verbracht.

Viele unterschiedliche Ursachen können für eine solche missglückte Überwinterung verantwortlich sein. Bereits vorhandene Vorerkrankungen, Bakterien, Keimen bis zu Viruserkrankungen,…. davon soll dieser Artikel jedoch nicht handeln.

Als Züchter frage ich mich nach einer solchen Nachricht immer „Würden die Tiere noch leben, wenn sie die Hibernation hätten ausfallen lassen oder nur eine stark verkürzte Winterruhe gehalten hätten?“

NEIN, natürlich bin ich davon überzeugt, dass eine ausreichend lange Überwinterung für alle europäischen Arten notwendig ist. Genau diese hat Mutter Natur für diese Tiere vorgesehen und ihr ganzer Organismus ist auf diese ausgelegt.
Auch kenne ich sehr genau den Unterschied zwischen Tieren, die eine solche Kältestarre halten durften und solchen, die im warmen Terrarium den Winter über leben mussten. Viel zu viele Jahre praktizierte ich selbst diese winterwarme Methode. Noch vor 20 Jahren war es undenkbar, junge Griechische Landschildkröten, mit gerade mal 13 Gramm Körpergewicht, einzuwintern.

Trotzdem geht es mir dabei gar nicht gut, wenn ich höre, dass gleich mehrere Tiere den Winter nicht überlebten. Und das gerade bei Haltern, die besonders achtsam mit ihren Tieren umgehen, keine Kosten scheuen und nur das Beste vom Besten kaufen. Halter, die ganz offensichtlich alles richtig machen.
Ich hingegen kontrolliere meine Tiere kaum, sie sind weitgehend sich selbst überlassen. Nur ins große Gewächshaus sperre ich sie rechtzeitig, damit ich keine im Freigehege vergesse und sogar das kam schon einmal vor, ohne dass das Tierchen Schaden genommen hatte.
Für eine ausreichende Wasserversorgung sorge ich vor und auch nach der Winterzeit schon. Ja, ich zwinge es ihnen auf. So werden sie zwangsweise mit Hilfe des Gartenschlauchs mit Wasser beregnet und sitzen anschließend, mehr oder weniger unfreiwillig, in den dadurch entstehenden Pfützen. Meine Tiere scheinen diese Prozedur zu genießen.

Was aber kann da wohl falsch gelaufen sein, dass es gleich drei von fünf Tieren so böse erwischt hat?
Die Vorbereitung? Auch hier wurden die Tiere im Frühbeet eingesperrt und sich weitgehend selbst überlassen.
Die Nahrung? Ist da vielleicht doch etwas Wahres dran mit dem Nahrungsentzug und „leer Baden“?
Ich bade meine nicht „leer“ und Nahrungsentzug kennen sie auch nicht. Im Gewächshaus wird es jedoch sehr kalt und da fressen meine Tiere einfach nichts mehr. Also einen leeren Magen-Darmtrakt haben sie wohl schon.
Das Bodensubstrat? Das war in diesem Fall ganz einfache ungedüngter Erde, so wie bei mir auch. Nur, dass sich meine Tiere immer in die Erde eingraben, während diese Tiere einfach unter der Isolationschicht sitzen geblieben sind.
Die Isolationschicht? Dazu verwende ich einfaches Laub aus dem Wald und da wir einen Mischwald haben ist auch das Laub eine gute Mischung. Das Laub ist bei mir trocken, niemals feucht. Hingegen verwendete die besorgte Halterin Spaghnummoos und das war gut feucht.
Die Temperatur? In meinem Gewächshaus schwankt die Temperatur teilweise enorm. Unter der Holzterrasse, wo die Tiere eingegraben sind (und auch jederzeit heraus können) jedoch weitaus weniger. Unter der Erde und unter der ganzen Laubschicht dauert es doch ein Weilchen bis sich die warmen Sonnenstrahlen bemerkbar machen und auch der harte Frost kriecht dort nicht so schnell hin.
Meine Freundin überwinterte ihre Tiere in einem Schacht, was ich eigentlich als gut finden. Die Temperaturen wurden (anders als bei mir) ständig kontrolliert und sie waren immer im grünen Bereich. Es gab nie Frost.

Nun sitze ich da und fühle mich in gewisser Weise mitverantwortlich an ihrem Unglück. Hätte ich das verhindern können?
Würden die Tiere noch leben, wenn sie winterwach im Terrarium gewesen wären? Wie würden sie dann aussehen – zu schnell gewachsen -  Höcker - schlechte Ernährung – Organschäden?

Viele Gedanken gehen mir nun durch den Kopf. Ich hoffe, dass wir in unserem Forum eine zufriedenstellende Antwort finden.

 

www.landschildkroeten-forum.eu
und hier geht`s direkt zum entsprechenden Beitrag: "Schlimmer Anblick, bei einer Kontrolle"

 

Für eine hilfreiche Ursachenfindung sind wir alle sehr dankbar

 

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