April 15, 2019

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Eine Hommage an Testudo graeca ibera!

July 11, 2016

Juli 2013 – „Verkaufe Griechisches Landschildkrötenpaar“, so lautete die Anzeige die ich auf einer österreichischen Anzeigenplattform gefunden habe. Dabei war auch noch ein Foto, auf dem zwei alte und schwarze Schildkröten mit ein wenig gelb zu sehen waren. Ich war erstaunt, so schöne Tiere mit diesen Pigmenten und dieser wunderschönen Färbung. Beim genaueren Lesen der Beschreibung stieß ich auf das Wort ’’maurisch’’.

 

Im ersten Moment konnte ich damit nicht viel anfangen, dank verschiedensten Suchmaschinen kam ich auf die Art Testudo graeca ibera, auch Maurische Landschildkröte (Linnaeus, 1758) genannt, fälschlicherweise aber auch als Griechische Landschildkröte bezeichnet.

Die Fotos zeigten Tiere dieser Art in unterschiedlichsten Farben, adult und juvenil, dennoch waren die Informationen zu dieser Art eher spärlich.

 

 

Ich war fasziniert. Außerdem stand in der Annonce, dass die Tiere schon jahrelang ohne Probleme zusammenleben, ehemalige Wildfänge aus dem Habitat sind und jetzt zum Verkauf stehen, da der Bestand verkleinert werden solle.

Ich verfolgte die Anzeige fast ein Jahr lang, immer wieder wurde neu inseriert, der Preis änderte sich. Ich wusste nicht so recht, soll ich, oder doch nicht? Eine neue Art neben meinen Testudo hermanni boettgeri. Das bedeutet, ich würde wieder ein neues Gehege und Frühbeet brauchen.

Ein knappes Jahr und ca. 750 km später war ich stolzer Besitzer zweier, geschätzt 50 Jahre alten, Testudo graeca ibera.

 

 

Bei der ersten Begegnung war ich platt, die Tiere schauen live noch besser aus, sind imposant und eindrucksvoll. Das Männchen fauchte beim Umsetzen in die Mörtelwanne und wehrte sich ein wenig.

 

Zuhause angekommen setzte ich die beiden in ihr neues Gehege, ca. 50qm groß, gut strukturiert und natürlich mit Frühbeet. Es dauerte nicht lange, da konnte ich schon das typische ’’Graeca-Klopfen’’ hören. Ich war etwas verwundert und wusste nicht so recht. Das Männchen versucht durch Rammstöße das Weibchen zum Stehen zu bringen, bedrängte und attackierte es, versuchte sie in die Hinterbeine zu beißen. Das ist aber nichts Unübliches, vor allem um diese Jahreszeit. Es war August und die Paarungszeit begann. Dennoch konnte ich diesem, doch sehr aggressiven Verhalten, der Durchsetzungskraft und der Gewalteinwirkung nicht zusehen und trennte das neue Gehege kurze Zeit später ab. So konnte beide den Umzugsstress ein wenig verdauen und haben innerhalb kurzer Zeit einige Gramm zugenommen.

Jedes Mal, wenn ich zum Gehege der Mauren kam wurde ich gleich vom Männchen empfangen, dieser ist überhaupt nicht scheu, sehr aufmerksam, aufgeweckt und ein wirklich zutrauliches Tier.

 

Mit knapp drei Kilo sind beide recht imposante Tiere ihrer Art, ein wenig größer als Griechische Landschildkröten der östlichen Unterart. Vor allem die schwarze Farbe ist etwas Besonderes. Dadurch werden sie früher aktiv als meine Testudo hermanni boettgeri, verlassen das Frühbeet bei niedrigeren Temperaturen eher und beginnen mit ihrem Weidegang, auch wenn es nur knappe 13 Grad sind.

 

So entdeckte ich die Liebe zu diesen wirklich wunderbaren Tiere immer mehr und war von nun an auf der Suche nach weiteren Tieren dieser Art, jedoch vergeblich. In Österreich gibt es wenig bis kaum Halter dieser interessanten Art und adulte Tiere sind sehr schwer zu bekommen. So zogen bei mir 5 kleine TGI-Nachzuchten von 2015 ein, deren Muttertier knappe 5 Kilogramm auf die Waage bringt. Im Vergleich zu den THB- Nachzuchten sind sie wirklich neugierig, um einiges aktiver und es ist eine Freude ihnen zuzusehen.  

Ich bereue es nicht, dass ich diese Art halte und erfreue mich jeden Tag an ihnen.

 

Homepage: http://philipp-polland.wix.com/landschildkroeten#!willkommen/c10ls

www.landschildkroeten-forum.eu

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