April 15, 2019

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Schildkrötenzucht ist nicht gleich Schildkrötenzucht

February 8, 2016

Zu erleben, wie eine Schildkröte das Ei verlässt, wie sie, so klein und zerbrechlich wirkend im dichten Pflanzenfilz verschwindet, sich dort wieder eingräbt und so den Sommer, der an trüben Tagen unter dem Alltopdach des Frühbeetes, fast schon mediterrane Temperaturen misst, verweilt.
Durch diesen, meist gar nicht schön aussehenden Pflanzenfilz, findet sie alles was sie braucht: Schutz, Nahrung und da so ein „Un“krauthaufen ja nicht ganz verdorren soll, muss er natürlich auch regelmäßig mit Wasser begossen werden, was wiederum den kleinen, winzigen Schildkröten ermöglicht ihren Wasserhaushalt aufzutanken.

 


Leider machen das nicht viele so.
Schließlich will man das eben erworbene Tier ja sehen. Man möchte es beobachten können, sehen wie, ob und wie viel es frisst, sauft, wann es sich wo sonnt und überhaupt hat das menschliche Wesen einen Hang dazu alles unter Kontrolle haben zu müssen.
Leider ist es oft genau das, was diesen besonderen, gepanzerten Wesen schon so manches Mal zum Verhängnis wurde.

Ein Züchter, der sich seinen Tieren verbunden fühlt, der weiß, wie diese Tiere in ihrem natürlichen Habitat leben.
Einer, der sich regelmäßig informiert und nicht nur das, der auch alles, was er liest und hört immer wieder aufs Neue überdenkt und hinterfragt.
Ein Züchter, dessen wahres Vorbild niemand anderer als „Mutter Natur" ist, der kommt kaum auf die Idee, diese kleinen Wesen gegen diese natürliche Macht zu halten.

Um danach zu handeln muss man nicht unbedingt die große Erfahrung haben, man darf durchaus mit diesem wunderbaren Hobby noch ganz am Anfang stehen. Genau genommen braucht man nicht viel mehr als ein wenig Verständnis dazu wie die Natur Leben entstehen lässt und diese auch gesund erhält.

Trotzdem – mich stößt es immer ganz sauer auf wenn ich lese wie und wo diese Tiere angeboten werden.
Da werden sie, bereits in großen Massen, unmittelbar nach dem Schlupf, für wenig Geld an den Mann gebracht.
Mir scheint, da geht es nur noch ums Geld. Der eine will möglichst nichts bezahlen, der Andere möchte durch „Masse“ möglichst viel verdienen….. ist das wirklich seriös?
In menschlicher Obhut wird ohnehin schon jedes „Krewecherl“ mit Gewalt am Leben erhalten. Bei einem so jungen Reptil, welches die ersten Monate noch vom eigenen Dottersack zehrt, vermag kaum einer beurteilen zu können ob dieses Tier auch tatsächlich gesund und lebensfähig ist.
Aber wer möchte denn schon ein Ding, welches er so schnell zu Geld machen kann, womöglich gar nicht bis zur ersten Hibernation bringen? Da ist es doch sehr viel besser das Geld einzustecken und dem unglücklichen Neuhalter, falls notwendig, ein neues Tier zu verkaufen.
Schade, dass so oft nicht das Leben, sondern das Geld regiert.

 

 



ABER, es gibt auch andere Züchter.
Welche, die nicht nur Freude an den „Kröten“ sondern auch Freude daran haben Neueinsteiger zu unterstützen.
Die ihren Nachzuchten eine erste und völlig natürliche Hibernation ermöglichen, die erst dann ihre Tier weitergeben, wenn sie sich auch wirklich selbständig ernähren und die ersten deutlichen Wachstumsstreifen im Frühjahr zeigen.
Züchter, welche die Tiere nur zur richtigen Jahreszeit abgeben und nicht so kurz vor der Hibernation.
Züchter, die beraten, begleiten und ihr ihr ganzes Wissen dem kleinen, gepanzerten Wesen mitgeben.
Züchter, die dafür sorgen, dass es der Neuhalter gleich von Anfang an richtig machen kann.
Züchter, die meine ganze Hochachtung haben und die in kleinen, langsamen Schritten die Welt der Schildkröten verbessern indem sie dem Neuhalter die Möglichkeit geben über das Naturell dieser Reptilien und die damit verknüpfte richtige Schildkrötenhaltung nachzudenken.



Ein Dank, an all diese Züchter!

 

www.schildkroetenzuch.at
 

 


 

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