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Gesundheit

 

Die meisten Erkrankungen werden durch falsche Haltung verursacht.

Eine Schildkröte aus naturnaher Haltung wird kaum krank.

Ist es trotzdem einmal notwendig einen Tierarzt aufzusuchen, dann wählen Sie einen Spezialist mit entsprechender Zusatzausbildung für Reptilienkunde.
Nicht jeder gute Tierarzt kennt sich auch mit Reptilien aus.


Leider zeigen Schildkröten lange keine Schwäche und so erkennen wir Erkrankungen meist erst dann, wenn es bereits fast zu spät ist.


Verhält sich die Schildkröte plötzlich anders als gewohnt?
Liegt sie stundenlang in der Sonne?
Verkriecht sie sich abends nicht in ihr Versteck?
Verweigert sie die Nahrung obwohl der Winter noch nicht vor der Türe steht?
Verliert sie aus ungeklärten Gründen an Gewicht?

Trifft das zu, so sollten sie möglichst rasch handeln.


Auch sichtbare Verletzungen oder Veränderungen, wie zum Beispiel ein weich werdender Panzer, eingefallene oder geschwollene Augen oder eine rote Verfärbung des Panzers könnte ein Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung sein.


Manchmal haben die Tiere, besonders dann, wenn sie durch Stress oder anderen Umständen geschwächt sind, ein Übermaß an Darmparasiten. Diese erkennt man für gewöhnlich nicht mit freiem Auge im Kot sondern nur durch eine parasitologische Kotuntersuchung.

Im Hochsommer sollte man möglichst jährlich eine Kostprobe beim Tierarzt oder in einem entsprechenden Labor (Exomet, VetMed-Wien,...) abgeben und bei Bedarf noch rechtzeitig vor der Kältezeit entwurmen.       

Das soll unbedingt in der warmen Jahreszeit durchgeführt werden, solange der Stoffwechsel noch voll im Schwung ist. Nach einer solchen Wurmkur muss das Tier noch mindestens 6 Wochen aktiv bleiben bevor sie sich auf die kalte Jahreszeit einstimmen kann.

 


Soll ein neues Tier in ihre bestehende Gruppe integriert werden, ist eine ausreichend lange (mindestens 6 Monate!) Quarantäne notwendig.

 

Einige Krankheiten, wie z.B. der gefürchtete Schildkrötenherpes können lange unbemerkt im Tier schlummern. Auch wenn diese schlimme Erkrankung bei diesem einen Tier niemals zum Ausbruch kommt, so kann sie doch andere anstecken, die qualvoll daran eingehen.
So mancher großer Schildkrötenbestand wurde durch diese heimtückische Erkrankung innerhalb nur eines Sommers vernichtet.
Aber auch Mykoplasmen, Hexamiten, Virus X und Rana sind nicht zu verharmlosen.

 

Um Erkrankungen rechtzeitig erkennen zu können sollte man wissen, wie ein gesundes Tier aussieht und wie es sich verhält.
Die Augen sollten klar und nicht eingefallen sein.
Das Maul soll geschlossen sein und es dürfen keine Atemgeräusche zu hören sein.
Die Nase ist trocken und ohne Ausfluss.
Der Panzer sollte glatt und fest sein und darf keine roten Verfärbungen aufweisen. Nur bei ganz jungen Schildkröten darf der Panzer noch elastisch (ähnlich unserem Fingernagel) sein.
Die Kloake sollte nicht mit Kot verschmiert sein.

Die Urate sollten cremig und weiß sein.Je nachdem was das Tier gefressen hat können diese auch vorübergehend Farbspuren aufweisen. Löwenzahnblüten kann die Urate rosa und den flüssigen Teil des Urins braun einfärben.

Der Kot ist dunkel, fest und bei artgerechter Ernährung mit Fasern durchzogen.

Eine gesunde Griechische Landschildkröte sollte nicht im Haus gehalten werden


Sollten sie einmal eine Schildkröte aus gesundheitlichen Gründen über die kalte Jahreszeit im Innenraum pflegen müssen, dann bieten Sie ihr auch dort möglichst viel Platz an.


Statt einem handelsüblichen Glasterrarium eignet sich besser eine aus Holz gezimmerte Kiste, die mit Teichfolie abgedichtet ist. Auch der Unterteil eines Hasenkäfigs kann zur Not dafür verwendet werden.
Beachten sie, dass sie in diesem Fall die echte Sonne mittels entsprechender UV Lampe ersetzen müssen. Gerade ein krankes Tier benötigt besonders viel Licht und Wärme. Unter der Metalldampflampe darf es schon annähernd 40°C haben. Es müssen jedoch auch kühlere Plätze zur Verfügung stehen. Eine gute UVA/UVB Lampe ist leider nicht billig, da sollten Sie aber auf keinen Fall sparen.
Auf Wärme von unten (Heizmatten oder Heizstein) sollten sie, sofärn es vom Tierarzt nicht ausdrücklich verordnet wurde, verzichten. Dadurch wird der Bauchpanzer übermäßig durchblutet, was auf Dauer gesundheitliche Schäden hervorrufen kann.
Gerade junge Schildkröten brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit und auch die Ruheplätze sollten feucht (nicht nass!) gehalten werden.
Auf Hygiene ist im Innenbereich besonders zu achten.


Als Bodensubstrat eignet sich normale Erde, wie sie in jedem Garten zu finden ist. Diese sollte möglichst so hoch eingebracht werden, dass mediterrane Pflanzen ohne Blumentopf gut gedeien können. Auch ein Stück „Un“krautbewachsene Wiese können sie hineinlegen und anwachsen lassen.


Nur wenn diese Pflanzen gut gedeihen, können es auch die Tiere.

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Christine Dworschak

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