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DAS SCHILDKRÖTENGEHEGE

So zutraulich Schildkröten auch werden, sie bleiben doch Wildtiere, die sich unseren menschlichen Vorstellungen nicht anpassen können.

Darum müssen wir ihnen das bieten, was die Natur für sie vorgesehen hat.

Der Platz an dem sie leben, sollte ihrem mediterranen Lebensraum so gut als möglich nachempfunden werden.
Ein für Schildkröten geeignetes Gehege setzt sich aus mehreren Fakten zusammen: aus der Fläche, dem Boden, der Bepflanzung und Strukturierung, sowie dem Klima.

 

Die Gehegegröße richtet sich nicht nur nach der Art bzw. der Unterart sondern auch nach der Anzahl der Tiere, die geschlechtsspezifische Zusammensetzung sowie die unterschiedlichen Charakteren einzelner Tiere.

Für eine kleine Gruppe von 3 bis 5 Tieren der kleiner bleibenden westlichen Unterart Testudo hermanni hermanni reichen 30m² durchaus, während man bei der größeren östlichen Unterart Testudo hermanni boettgeri etwa die doppelte Fläche einrechnen sollte. Größer ist natürlich immer besser, wobei man bedenken muss, dass man die Tiere gelegentlich auch finden möchte.

 

Voraussetzung ist eine gute Strukturierung. Schildkröten mögen keine größeren kahlen Flächen. Die derzeit leider modernen „Schottergehege" mögen für manch menschliche Augen nett, ordentlich und übersichtlich aussehen, für Schildkröten sind sie jedoch völlig ungeeignet. Die mögen es wild und möglichst uneinsehbar.

 


Da in meiner Wohngegend der Boden schwer und lehmig ist, eignet er sich nicht gut, um mediterrane Gewächse darauf gedeihen zu lassen. Darum habe ich ihn mit Sand und Kalksplitt versetzt, um ihn lockerer und Wasser durchlässig zu machen. So trocknet der Untergrund nach einem Regenguss rasch auf und die Tiere müssen nicht lange im Nassen sein.


Das Gehege sollte möglichst so angelegt sein, dass die Tiere von früh bis spät Sonne haben.
So gedeihen viele mediterrane Gewächse, wie Salbei, Rosmarin, Lavendel, Thymian und vieles mehr.


In einem solchen niedrigen Buschlandschaft fühlen sich die Tiere geborgen. Im Wurzelwerk, sowie im Pflanzenfilz von teilweise ausgedörrten Grasbüscheln graben sie sich enge Höhlen, die ihnen auch Schutz vor der sengenden Sonne bieten. Dort verdösen sie einen heißen Sommertag.

Um eine zusätzliche Struktur ins Gehege zu bringen habe ich auch einige große Steine, Totholz und Baumwurzeln eingebracht. Sehr gerne nützen meine Tiere diesen Viersteckmöglichkeiten.
Dazwischen wachsen sämtliche Futterpflanzen, die nicht nur gerne gefressen werden, sondern auch in einer derartigen Vielfalt das Gehege zieren, dass es eine wahre Augenweide ist.

Großen Steine und kleine Schotterinseln dienen auch als Wärmespeicher. Durch die Sonne erwärmt sich das Gestein sehr rasch, speichert die Wärme und gibt sie noch nach Sonnenuntergang ab.

Leider haben wir hier in Österreich nicht das Klima, welches den sonnen hungrigen Tieren zusteht, darum muss mittels Frühbeet oder einem Gewächshaus nachgeholfen werden, um auch an kühlen Tagen ein mediterranes Klima zu schaffen.

Christine Dworschak

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