P1100360.JPG

Aufzucht

Gerade das erste Lebensjahr ist für Schildkröten von großer Bedeutung.

Wie alle Wildtiere unterliegen Schildkröten den Gesetzen der Natur. Werden diese missachtet, so kann das verheerende Auswirkungen auf das spätere Leben haben. Leider zeigen sich viele anfängliche Haltungsfehler erst in späteren Jahren.

Darum ist es nicht nur wichtig sich selbst ausführlich über eine artgerechte Haltung zu informieren, sondern auch dem Züchter, bei dem man die Tiere erwirbt, auf die Haltung zu schauen. Um jedoch beurteilen zu können was einen verantwortungsvollen Züchter ausmacht, muss man die Regeln einer artspezifischen Haltung kennen. Regeln, die niemand anderer vorgibt als die Natur selbst.

 

Die Gestaltung meines Aufzuchtbecken unterscheidet sich kaum von dem Gehege der adulten Tiere. Der einzige Unterschied ist, dass es wesentlich kleiner ist, da ich meine Winzlinge gelegentlich finden möchte. In einer etwa 2m² großen, gemauerten Wanne verbringen meine Nachzuchten ihre erste Zeit. Diese Wanne ist mit reichlich Erde gefüllt, auf der eine Vielzahl an Futter- und Versteckpflanzen gedeihen. Ein paar flache Steine bilden inselartige Stellen, auf denen sich die Tiere sonnen können. Einige Wurzeln und hoch gebrannte Tonhöhlen bieten gute Versteckplätze, in denen sich die Tiere geschützt und geborgen fühlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Man muss schon ganz genau schauen um die Schlüpflinge in dem dicht bewachsenen Babybecken zu entdecken.
Die dichte Bepflanzung bietet nicht nur Nahrung, sie schützt die Kleinen auch vor Dehydrierung, da in einem solchen Pflanzenfilz ein eigenes Mikroklima herrscht, in dem es, trotz Hitze, nie zu trocken wird.

Dieses gemauerte Babygehege steht am äußeren Rand meines Glashauses. So bekommen die Tiere durch die geöffneten Seitenteile ausreichend Sonne und damit auch reichlich UVA und UVB Strahlung ab.
Gerade für Jungtiere ist das sehr wichtig.
Ebenso wichtig ist die Versorgung mit Kalzium, was nur in Verbindung mit Ultravioletter Strahlung in den Knochen eingelagert werden kann.  Darum liegen immer ein paar Stücke einer Sepiastulpe im Gehege, die gerne von meinen Jungtieren abgeknabbert werden.

Unmittelbar nach dem Schlupf, oft sogar noch in der Eischale, setze ich meine Schlüpflinge in dieses Becken, wo sie sich sofort wieder in die weiche, leicht feuchte Erde eingragen.

Meistens dauert es ein paar Tage bis sie sich wieder herauswagen und zu fressen beginnen.

In freier Wildbahn schlüpfen die Tiere im Herbst. Sowohl die ersten als auch die zweiten Gelege kommen mit den ersten herbstlichen Regengüssen an die Oberfläche, um sich schon bald auf den bevorstehenden Winter einzustimmen.

Durch die künstliche Inkubation schlüpfen die Tiere bei uns viel früher. So steht ihnen fast der ganze Sommer zur Verfügung, um mit ihrem Schildkrötenleben zu beginnen.
Mit den kürzer werdenden Tagen und den kühleren Nächten beginnen sich auch die Kleinsten auf die Kältestarre vorzubereiten.

Der Tages-, sowie auch der Jahresrhythmus eines Schlüpflings unterscheidet sich nicht von den der adulten Tiere.
Bedingt durch ihre Winzigkeit und den noch nicht so festen Panzer sind kleine Schildkröten leichte Beutetiere für Greifvögel, Marder, Füchse und andere Prädatoren. Darum leben die kleinen Schildkrötenbabys sehr versteckt.
Zum Schutz sollten wir mittels Gitter, E-Zaun und/oder einem Netzt dafür sorgen, dass kein Tier aus unserem Gehege verschleppt werden kann.

34.JPG

Christine Dworschak

.....................

P1120719